Evangelische Grundschule Magdeburg

Rundbrief an alle Projektbeteiligten von Gabriele Herbst in Zusammenarbeit mit Sabine Schmolke, Dr. Diethelm Schmolke, Anja Leiß, Irmgard Marx, Anita Elsner und Friederike Sattler. Magdeburg, im April 2010

Schneeflocken für den Kilimandscharo

"Wie viel wiegt eine Schneeflocke?", fragte ein Eichhörnchen eine wilde Taube.
"Etwas mehr als nichts", erwiderte diese.
"Wenn das so ist", so das Eichhörnchen", muss ich Dir eine bemerkenswerte Geschichte erzählen. Neulich saß ich - ganz nah am Stamm - auf dem Ast einer Fichte. Da ich nichts Besseres zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die sich rund um mich auf Zweigen und Nadeln niederließen. Es waren genau 3.741.952. Als die 3.741.953ste Flocke den Ast berührte, diese kleine Flocke mit einem Gewicht von etwas mehr als nichts, brach der Ast ab."
Die Taube, seit Noahs Zeiten eine Expertin, dachte eine Weile nach. Dann sah sie das Eichhörnchen bedeutungsvoll an. "Vielleicht fehlt nur noch die Stimme EINES Menschen, und es wird Frieden in der Welt sein."

Ndugu wapendwa, liebe Tansaniafreundinnen und Freunde,
herzliche Grüße im Frühling an Sie alle, wo immer Sie wohnen und in welcher Lebenssituation Sie gerade sind. Es wird Zeit, dass Sie wieder einmal etwas von unseren Tansaniaprojekten hören, die alle unter „Education is the key of life“ zusammengefasst sind und, wie Sie vielleicht nicht mehr genau wissen, das klassische Schulprojekt, das Kindergartenprojekt, das Landwirtschaftsprojekt, das Frauenprojekt und das Projekt mit den Senioren umfassen.
Für alle diese Projekte bricht eine kleine Delegation in diesem Sommer, anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der Partnerschaftsarbeit wieder nach Njombe auf. (26.6. – 11.7.) Dieses Mal wird der Redakteur der VOLKSSTIMME, Robert Richter, mitfahren. Denn es ist geplant, für alle Projekte zu recherchieren und ein Buch (zweisprachig) unter dem obengenannten Titel „Schneeflocken für den Kilimandscharo“ zu schreiben. Mit einem Projekt dieses Namens bin ich im Moment in der Evangelischen Grundschule tätig. Das Resultat können Sie beim diesjährigen Sommer-und Tansaniafest der evangelischen Hoffnungsgemeinde (6. Juni ab 14.00 Uhr) oder beim Fest der Evangelischen Grundschule (19. Juni, vormittags) sehen. Seien Sie herzlich zu beidem eingeladen.
Wir danken Ihnen für Ihre kontinuierlichen Spenden für Tansania, den Kindern der Grundschule für ihren erneuten Sponsorenlauf. Einzelspendern danken wir besonders dafür, dass sie bestimmte Projekte unterstützen. Falls Sie in diesem ersten Halbjahr Ihr Schulgeld für einen Schüler in Njombe noch nicht bezahlt haben, dies aber weiterhin zahlen wollen, bitten wir herzlich Sie um Ihre Spende bis Anfang Juni, weil wir das Geld dort übergeben wollen.
Gerade habe ich mich mit einer Mitarbeiterin der Welthungerhilfe getroffen, die im nächsten Jahr erneut ein Projekt in Magdeburg „Schulen für Afrika“ plant. Sie sagte mir, wie prima sie es findet, dass wir in der Hoffnungsgemeinde und der Evangelischen Grundschule so nachhaltig an unserem Projekt dran sind. Nur solche Nachhaltigkeit führe zum Erfolg.
Wir wünschen Ihnen auch im Namen unserer neuen Pfarrerin in der Hoffnungsgemeinde, einen wunderbaren Frühling. Wie sinnvoll ist es doch, dass Globalisierung für unser Projekt besonders bedeutet: BILDUNG ZU TEILEN!

Mungu akubariki: Gott segne Sie.

In diesem Sommer wird erneut eine kleine Gruppe Magdeburger eine Reise nach Njombe machen, Gabriele Herbst (Pfarrerin i. R.) und der Volksstimme-Journalisten Robert Richter sowie Anja und Patrick Leiß. Die Reise dient vor allem dazu, die 15 Jahre gelebte und gestaltete Partnerschaftsarbeit zwischen Christen in Magdeburg und Njombe zu evaluieren, zu dokumentieren und den weiteren Weg für die Zukunft abzustecken.
Hier ein kleiner Überblick über das, was sich die Gruppe an Aufgaben vorgenommen hat:

  • Schulgeldprojekt: Betreuung und Ausbau des langjährigen Projekts in Njombe (z.Zt. wird für 90 Schüler durch Patenschaften aus Magdeburg das Schulgeld gespendet); Interviews mit Schülern, die durch das Projekt Ausbildungen beenden konnten.
  • Kindergartenprojekt: der durch Spenden (mit einem großen Anteil der Evangelischen Grundschule Magdeburg) erbaute Kindergarten soll weiter unterstützt werden. Wie kann das Kindergartenprojekt und das Schulprojekt sinnvoll vernetzt werden ?
  • Austausch über die Arbeit in Kindergarten und Grundschule (Unterrichtsangebote und Briefpartnerschaften zwischen Kindern in Magdeburg und Njombe)
  • Erweiterung des Textilprojekts mit Frauen in Njombe (Aktion Weltkleider!) durch die Herstellung künstlerischer Stoffe und die Anfertigung von hier verkaufbarer Kleidung, um den meist verwitweten oder alleinlebenden Frauen eine Fortführung zur Existenzsicherung anzubieten
  • Agrarprojekt: Welche Wirkung haben die aus Spenden erworbenen Nutztiere (Kühe, Hühner) für arme Familien in der Partnergemeinde ,und welche weitere Hilfe zur Selbsthilfe ist in der Selbstversorgung nötig?
  • Zufinanzierung in einen kleinen Gesundheitsfond für alte kirchliche Mitarbeiter.
  • Wie können pensionierte Mitarbeiter unterstützt werden, damit sie im Alter überhaupt überlebensfähig sind? Wie kann diese Aufgabe dort von ebenfalls pensionierten Menschen in Magdeburg und Umgebung besser unterstützt werden?


Jetzt aber steht bei uns erst einmal am 22. April wieder der diesjährige Sponsorenlauf auf dem Programm, dessen Erlös wie schon in den vergangenen Jahren zu einem guten Teil dem Projekt "Education is a key of life" und hier vor allem unserem Partnerkindergarten in Njombe zugutekommen wird.

Bischof Lukilo und sein Assistent, Isaya Mengele, besuchten vom 2. 11. bis zum 5. 11. die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Dieser Besuch war ein kurzer Abstecher der beiden kirchlichen Repräsentanten aus dem südlichen Tansania in Sachsen-Anhalt . Die längste Zeit ihrer Besuchsreise in Deutschland verbringen sie in Bayern, wo sie Gemeinden und Institutionen besuchen und bei einer Konferenz über die derzeitige Situation des afrikanischen Kontinents referieren werden, auch über ihre Partnerschaftskontakte zur EKM, zum Beispiel zur Partnerschaftsgruppe der Evangelischen Hoffnungsgemeinde und der Evangelischen Grundschule , die seit vielen Jahren mit dem Projekt "education ist the key of life" nachhaltig in Tansania engagiert ist. In der EKM gab es Besuche beim Lothar Kreyssig Zentrum, in Wittenberg, im Kirchenkreis Egeln und in der Hoffnungsgemeinde. Dort trafen die Bischöfe auf die LeiterInnen der Partnerschaftarbeit und verbrachten gemeinsam einen höchst interessanten und informativen Abend unter Freunden. Es ist schon bemerkenswert zu hören, wenn ein Bischof erzählt, dass seine Frau noch mit offenem Feuer kocht, und er für seinen Ruhestand durch Arbeit auf Maisfeldern oder durch Hühnerzucht vorsorgen muss. Du verstehst den Fremden besser, wenn Du versuchst, einen Tag lang in seinen Schuhen zu laufen, heisst ein Sprichwort. Wir deutschen BegleiterInnen merkten, dass Sprichwörter oft weiser sind als wir selbst.

Die Gäste waren übrigens im Magdeburger Hotel "Ratswaage" liebevoll untergebracht, das ihren Besuch mit einer großzügigen Geldspende unterstützte.